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Länder-
und Reise-Infos Bolivien |
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Bolivien
ist geprägt von dem Kontrast zwischen der kalten, andinen
Höhe und dem heissen Tiefland. Geograghisch gesehen läßt
sich das Land, das ungefähr dreimal so groß ist wie
die Bundesrepublik Deutschland, in fünf unterschiedliche
Bereiche gliedern.
Zwischen den beiden Bergketten Boliviens, den westlichen, vulkanischen
Anden und den “königlichen” Kordilleren, liegt
das Altiplano, das dichtbesiedeltste Gebiet Boliviens. Auch
die höchste Großstadt der Welt, La Paz, liegt hier
auf 3606m Höhe. Charakteristisch für das Altiplano
ist die offene Graslandschaft mit den größten Seen
Boliviens.
Die Hochland-Täler, die sich im Süden und Osten an
das Altiplano anschließen sind mit ihren
optimalen klimatischen Bedingungen und fruchtbaren Böden
perfekt für die Landwirtschaft geeignet. Hier wachsen Oliven,
Nüsse, Weizen, Mais und Trauben, die zur Weinherstellung
genutzt werden.
Dort wo die Anden in das Amazonasbecken abfallen, liegt die
fruchtbare Region Yungas. Die Übergangszone zwischen den
trockenen Hochländern und den feuchten Tiefländern.
In diesem bewaldeten Gebiet mit hoher Luftfeuchtigkeit und starken
Regenfällen werden tropische Früchte, Kaffee, Zucker,
Koka, Kakao, Gemüse und Tabak angebaut.
Im süd-östlichen Teil Boliviens liegt das mit Gestrüpp
bewachsene, fast undurchdringliche Gebiet Chaco. Diese Gegend
ist großteils unbewohnt und bietet damit Pflanzen- und
Tierarten Unterschupf, die andererorts schon vertrieben und
ausgerottet sind, wie z.B. dem Jaguar. Hier herrschen auch mit
bis zu 45°C die heißesten Temperaturen in ganz Bolivien.
Zu guter letzt gibt es noch die tropischen Tiefländer,
die dünn besiedelt, fast 60% der Landesfläche ausmachen.
Durchzogen wird dieses Gebiet von einer Vielzahl von Flüssen,
die zum Einzugsgebiet des Amazonas gehören.
Verfassungsgemäße Hauptstadt der Republik Bolivien
ist Sucre, dort befindet sich auch der Oberste Gerichtshof.
Der Regierungsitz jedoch ist in La Paz.
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Geschichte |
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Erste
Siedlungen in den Hochlagen Boliviens werden bis auf 1400 vor
Christus geschätzt. Die Tiahuanaco-Kultur (500-900 n.Chr.)
mit ihren bis heute erhaltenen, eindrucksvollen Zeugnissen ist
die erste Hochkulur in den Anden. Heute kann man in vielen Museen
Boliviens Fundstücke dieser Zeit bewundern.
Ab dem 15. Jht. wird das heutige Bolivien von den Inkas regiert,
die nicht nur Bolivien zu ihrem Großreich zählen
können, sondern auch Ecuador und Peru und Teile Chiles.
Cusco, das im heutigen Staatsgebiet von Peru liegt, ist die
damalige Hauptstadt der Inkas.
Als 1531 die spanischen Konquistadoren de Almagro und Pizarro
in Südamerika landen, erobern sie innerhalb von 2 Jahren
das Inkareich. Daraufhin gehört Bolivien 300 Jahre lang
zum spanischen Vizekönigreich Peru und ist somit spanische
Kronkolonie.
Im Rahmen der Unabhängigkeitskriege Südamerikas rief
General de Sucre 1825 die Republik Bolivien aus und benannte
diese nach dem südamerikanischen Freiheitskämpfer
Simón Bolívar. In drei Kriegen büßt
Bolivien später mehr als die Hälfte seines Territoriums
an Chile, Brasilien und Paraguay ein.
Hohen Kriegsausgaben stürzten das Land in den 30er Jahren
in eine Wirtschaftskrise. 1952 gewann der Arbeiterführer
Paz Estenssoro, der seither für den Beginn der Demokratisierung
und die Einführung der “Neuen politischen Ökonomie”
steht, die Wahlen. Er führte eine Bodenreform durch und
verstaatlichte die großen Bergbauunternehmen. Da es ihm
auch mit amerikanischer Hilfe nicht gelang den Lebensstandard
der Bevölkerung zu heben oder die Lebensmittelproduktion
zu steigern, verlor er stetig an Macht und Popularität.
Eine Militärrevolte brachte 1964 General Barrientos an
die Macht, der mit Unterstützung der USA die Guerillabewegung
unter Ché Guevara bekämpfte. Die darauffolgende
Zeit ist gekennzeichnet durch Putsche und verschiedenen Militärregierungen.
Zu Beginn der 80er Jahre führten Streikwellen zur Rückkehr
einer zivilen Regierung. Dieser gelang es aber ebensowenig den
Niedergang der Wirtschaft aufzuhalten und so kam es nochmals
zu zwei weiteren Putschversuchen. Unter Paz Zamora wurde 1989-93
ein Privatisierungs- und Drogenbekämpfungsprogramm eingeleitet.
1995 verabschiedet die Regierung Boliviens die neue Verfassung.
Derzeitiger Präsident des Landes ist Gonzalo Sánchez
de Lozada. Seine Errungenschaft ist das Gesetz der “Participación
Popular”, in dessen Rahmen er die Entscheidungsbefugnis
für Gesundheit, Schule, Strassenbau, Bewässerung und
Kultur auf die Gemeinden übertrug. Zur Lösung dieser
Aufgaben steht den Gemeinden ein erheblicher Teil der Steuereinnahmen
zur Verfügung. Dieses Gesetz stärkt auch den politischen
Einfluß der Indiogemeinschaften, die bisher keine große
Entscheidungsmacht hatten, obwohl sie den größten
Teil der Bevölkerung ausmachen. |
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Wirtschaft |
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Wichtigste
Ausfuhrgüter sind Agrarprodukte, Bergbauerzeugnisse und
Kohlenwasserstoffe. Auf der Importseite sind die USA, Brasilien,
Argentinien und Chile die wichtigsten Handelspartner. Eingeführt
werden vor allem Maschinen, elektronische Erzeugnisse und Lebensmittel.
Trotz der Anstrengungen der Regierung die wirtschaftliche Entwicklung
anzukurbeln, weist das Land eine niedrige Wachstumsrate, ein
hohes Defizit in der Handelsbilanz und ein steigendes Haushaltsbilanzdefizit
auf. |
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Bevölkerung |
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Bolivien
versteht sich als ein Vielvölkerstaat, in dem die Sprache
und die Kultur der indianischen Völker anerkannt werden.
Von den 8,5 Mio. Einwohnern sind ca. 65% Indigene und 35% Mestizen
und Weiße. |
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Flora
und Fauna |
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Bolivien
gehört zu den schönsten Ländern der Erde. Allein
wegen der Vielfältigkeit der Landschaft bietet es dem Besucher
die Möglichkeit in großer Höhe Lamas, Alpakas,
Flamingos und vielleicht auch einen Kondor zu bestaunen, während
im Chaco Jaguare und Tapire bewundert werden können. Nicht
zu sprechen von den tropischen Tiefländern in denen man
eine ungeheure Vielfalt an Eidechsen, Papageien, Affen, Schlangen,
Schmetterlingen, Fischen und so weiter findet. Auch beinhaltet
das Amazonasbecken die größte Pflanzenvielfalt der
Erde. Bedingt durch die dünne Siedlungsdichte und die geringe,
flächenmäßige Ausbreitung der Städte ist
dieses Naturparadies bis heute erhalten geblieben. |
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Religion |
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Die
überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist römisch-katholischen
Glaubens ca. 80%, 10% sind evangelisch und 10% gehören
anderen Religionen an. |
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Sprache |
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Die
Verkehrssprache in Bolivien ist Spanisch. Außerdem werden
zwei indianische Sprachen, Aymara (ca. 1,5 Mio. Einwohner) und
Quechua (ca. 2 Mio. Einwohner) gesprochen. Vor allem im tropischen
Tiefland gibt es noch ungefähr 30 verschiedene ethnische
Gruppen, die ihre eigenen Sprachen sprechen. |
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Wie
ist das Wetter in Bolivien? |
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Aufgrund
der geographischen Unterschiede gibt es in Bolivien vier verschiedene
Klimaregionen: die tropische, die subtropische, die gemäßigte
und die kalte Zone.
Die regnerische Sommerperiode dauert von November bis März.
Jetzt steigen die Tagestemperaturen auf etwa 21°C an, und
die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind geringer.
Während des Winters ist das Klima trockener und tagsüber
werden in La Paz in der Sonne bis zu 30°C (gleichzeitig
im Schatten aber nur 8-10°C) erreicht. Die Temperaturen
fallen jedoch nachts nicht selten unter Null Grad.
Die beste Reisezeit für das Hochland ist April bis Oktober
und für das Tiefland Mai bis September. |
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Welche
Reisedokumente benötige ich? |
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Bei
einem Aufenthalt bis zu 90 Tagen genügt für die Einreise
ein noch mindestens drei Monate gültiger Reisepaß.
In Bolivien wird dann ein ein Visum bei der Ankunft ausgestellt.
Falls dieses nur einen 30-Tage-Stempel enthält, sollte
sofort reklamiert werden.
Für die Ein- und Ausreise über Drittstaaten (z.B.
Brasilien, Argentinien) kann die Vorlage eines gültigen
internationalen Gelbfieberimpfpasses erforderlich sein. |
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Geld/Währung |
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Die
offizielle Währung ist der Boliviano, ein Boliviano sind
100 Centavos. Gleichzeitig wird aber auch der US-Dollar in weitem
Umfang akzepiert, für den günstigere Wechselkurse
gelten als für den Euro. Es empfehlen sich jedoch kleine
Dollar-Scheine, da diese leichter eingetauscht werden können.
In größeren Städten kann man auch mit EC-Karten
an Bankautomaten Geld abheben und meist werden die üblichen
Kreditkarten akzeptiert. |
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Strom |
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In
La Paz beträgt die Spannung 110 und 220 Volt Wechselstrom,
im übrigen Land beträgt die Spannung 220 Volt. Adapter
sind erforderlich. |
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Drogen |
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Die
bolivianischen Behörden machen darauf aufmerksam, dass
Delikte in Zusammenhang mit Betäubungsmitteln mit langen
Haftstrafen geahndet werden. Weiterhin ist zu beachten, dass
auch die Einfuhr von Cocatee nach Deutschland nicht gestattet
ist. |
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Medizinische
Hinweise/Impfungen |
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Krankenversicherung |
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Eine
Auslandskrankenversicherung, die einen Rücktransport einschließt
würden wir euch empfehlen. |
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Sicherheit |
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Bolivien
ist eines der Länder mit den größten Drogenanbaugebieten
der Welt. Von Reisen in den Chapare (Coca-Anbaugebiet) wird
abgeraten, da es hier zu Gewaltverbrechen auch gegenüber
Fremden kommen kann. Ansonsten seid ihr in Bolivien relativ
sicher. |
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Land
& Leute |
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Denkt
bitte daran, bei Personenaufnahmen mit eurer Fotokamera vorher
um Erlaubnis zu bitten. Viele Indigenas lassen sich nicht gerne
fotografieren, weil sie fürchten durch Fotos einen Teil
ihrer Seele zu verlieren! |
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Koffer
packen! |
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Da
Bolivien mehrere Klimazonen beinhaltet, solltet ihr sowohl warme
(z.B. auch Mütze und Handschuhe) als auch leichte Kleidung
unbedingt mitnehmen. Lange Ärmel und Hosen schützen
am besten vor Mückenstichen, trotzdem ist ein gutes Einreibemittel
bei Mückenstichen nie verkehrt. Sowohl Regen- als auch
Sonnenschutz solltet ihr in eurem Rucksack haben. |
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Adressen |
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Botschaften
& Konsulate: |
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in
Deutschland:
Botschaft Bolivien
Wichmannstr. 6
10787 Berlin
Tel.: (0 30) 26 39 15-0
Fax.: (0 30) 26 39 15-15
General-
und Honorarkonsulate auch in Hamburg, Bremen, Frankfurt/M. und
München
in
Österreich:
Botschaft Bolivien
Waaggasse 10
A-1040 Wien
Tel.: + 43-1-58 66 80 00
Fax.: + 43-1-58 66 88 0 |

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Auswärtiges
Amt: |
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In
Deutschland:
Auswärtiges Amt
Bürgerservice
Referat 040
11013 Berlin
Tel: (0 30) 50 00-0
http://www.auswaertiges-amt.de
In
Österreich:
http://www.bmaa.gv.at
In
der Schweiz:
http://www.eda.admin.ch |
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Deutsche
Botschaft in Bolivien: |
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Avenida
Arce 2395
La Paz
Tel.: (+5 91-2) 2 44 00 66
Fax.: (+5 91-2) 2 44 14 41
E-Mail-Adresse: info@embajada-alemana-bolivia.org |
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